11.03.2026
Crème brûlée am Zonenrand
Maxim Biller, Gunnar Cynybulk und die ehrliche deutsch-deutsche Literatur.

"Es ist nicht notwendig, Sozialist:in zu sein, um Werner Bräuning zu lesen, die Fähigkeit, ein anderes Leben als das eigene zu denken, jedoch schon."
Eine Entgegnung auf Maxim Biller auf dem tazblog DiasporaOst
Maxim Biller und der Verleger Gunnar Cynybulk gehen etwas essen; das lässt uns Biller in seiner aktuellen DIE ZEIT Kolumne „Geteilte Hölle – Warum es bis heute keinen ehrlichen DDR-Roman gibt“ (25.02.2026) wissen. Bei der Einordnung des literarischen Erbes der DDR lassen sich die beiden Herren nur von Crème brûlée und Steaks frites unterbrechen. Während sie sich von der “vietnamesischen Kellnerin” eine Nachspeiße flambieren lassen, unternehmen sie einen Parforceritt durch die Klassiker der (Post-)DDR-Literatur.
All der offensichtlichen antisozialistischen Beißreflexe zum Trotz, muss die Emphase, die von Greiner bis Biller immer wieder aufgewendet wird, um die Literatur der DDR als Ganzes zu diskreditieren, nicht verwundern. Texte wie Franziska Linkerhand und Rummelplatz stehen exemplarisch für eine Literatur, die die eigene Normalität ausleuchtet und die eigenen Wünsche und Enttäuschungen darin ausmisst. Wenn die DDR, der Lebensalltag in ihr und die Literatur als dialektische Entsprechung
jedoch immer nur als diktatorischer Ausnahmezustand gelesen wird, muss einem notwendig die Qualität dieser Prosa verborgen bleiben. Wer das Leben hier einzig als eine Perlenkette aus Stasi, Mauer, Diktatur und Mangelwirtschaft verstehen will, weigert sich zwangsläufig, die Erzählungen des Alltags (ob dieser „wahrheitsgetreu“ dargestellt ist oder nicht) anzuerkennen. Wer dem Sozialismus der DDR keine keine Normalität zugesteht, für wen das Leben hier immer nur die sich verstetigte Krise ist, kann die literarische Verhandlung von Leben mit allen Widersprüchen und Ambivalenzen nicht erfassen.
11.03.2025
Crème brûlée am Zonenrand

"Es ist nicht notwendig, Sozialist:in zu sein, um Werner Bräuning zu lesen, die Fähigkeit, ein anderes Leben als das eigene zu denken, jedoch schon."
Eine Entgegnung auf Maxim Biller auf dem tazblog DiasporaOst
Maxim Biller und der Verleger Gunnar Cynybulk gehen etwas essen; das lässt uns Biller in seiner aktuellen DIE ZEIT Kolumne „Geteilte Hölle – Warum es bis heute keinen ehrlichen DDR-Roman gibt“ (25.02.2026) wissen. Bei der Einordnung des literarischen Erbes der DDR lassen sich die beiden Herren nur von Crème brûlée und Steaks frites unterbrechen. Während sie sich von der “vietnamesischen Kellnerin” eine Nachspeiße flambieren lassen, unternehmen sie einen Parforceritt durch die Klassiker der (Post-)DDR-Literatur.
All der offensichtlichen antisozialistischen Beißreflexe zum Trotz, muss die Emphase, die von Greiner bis Biller immer wieder aufgewendet wird, um die Literatur der DDR als Ganzes zu diskreditieren, nicht verwundern. Texte wie Franziska Linkerhand und Rummelplatz stehen exemplarisch für eine Literatur, die die eigene Normalität ausleuchtet und die eigenen Wünsche und Enttäuschungen darin ausmisst. Wenn die DDR, der Lebensalltag in ihr und die Literatur als dialektische Entsprechung
jedoch immer nur als diktatorischer Ausnahmezustand gelesen wird, muss einem notwendig die Qualität dieser Prosa verborgen bleiben. Wer das Leben hier einzig als eine Perlenkette aus Stasi, Mauer, Diktatur und Mangelwirtschaft verstehen will, weigert sich zwangsläufig, die Erzählungen des Alltags (ob dieser „wahrheitsgetreu“ dargestellt ist oder nicht) anzuerkennen. Wer dem Sozialismus der DDR keine keine Normalität zugesteht, für wen das Leben hier immer nur die sich verstetigte Krise ist, kann die literarische Verhandlung von Leben mit allen Widersprüchen und Ambivalenzen nicht erfassen.
“Stellt Euch vor es ist Sozialismus und keiner geht weg.”
Christa Wolf
“Stellt Euch vor es ist Sozialismus und keiner geht weg.”
Christa Wolf
“Stellt Euch vor es ist Sozialismus und keiner geht weg.”
Christa Wolf
“Stellt Euch vor es ist Sozialismus und keiner geht weg.”
Christa Wolf